Urich Wickert über die Werte in unserer Gesellschaft
Ulrich Wickert ist ein vielseitig engagierter Journalist und Autor. Er begann seine Karriere als Redakteur (Monitor) und Auslandskorrespondent (Frankreich, USA) und wurde 1981 Leiter des Studios der ARD in New York. Weithin bekannt wurde er durch seine Arbeit als Moderator der Tagesthemen, seit 2006 hat er seine eigene halbstündige Literatursendung, Wickerts Bücher, welche zuerst auf ARD und zuletzt auf NDR Kultur zu sehen war. Ulrich Wickert ist zudem Honorarprofessor an der Hochschule Magdeburg-Stendal für den Studiengang Journalistik/Medienmanagement. Für seine Tätigkeiten erhielt er bereits mehrfach Preise und Auszeichnungen, zum Beispiel die goldene Kamera und den Walter-Scheel-Preis. Als Autor hat er seit 1981 bereits 22 Bücher veröffentlicht.
Im Rahmen von Veranstaltungsreihen und Marketingkampagnen der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken hielt Wickert 2009 Vorlesungen über den „Wert der Werte“. Einseitige Ausrichtung der Fragestellungen an ökonomischen Prinzipien in Universitäten machten ihn nachdenklich, Ethik und Werte seien ein „weißer Fleck“, kämen zu kurz. Dass sich viel Ökonomie gerade an Wohlfahrt, Gütern, Bedürfnisbefriedigung, Utilitarismus und so weiter auseinandersetzt, überging er dabei geflissentlich, trennte die Werte und Ethik davon kategorisch ab.
Doch dies nur die Einleitung, Wickert zieht seine Argumentation quer durch die Republik von nationaler Identität über Fußball-WM und militärische Auslandseinsätze hin zu Steuerhinterziehung, Ehrenmorden und Organspende.
Den deutschen Bürgern hält er dabei rhetorisch geschickt eingefädelt egoistische Interessen und Vernachlässigung der Nation vor, zum Teil begründet durch das gestörte Nationalbewusstsein der Deutschen, welches er durch Wiedervereinigung und Fußball-WM jedoch als in Heilung begriffen deutet. Er plädiert insgesamt für Tugendethik, nennt vor allem Verantwortung und Solidarität als zentrale Beispiele. Er warnt jedoch dabei auch vor Missverständnissen, explizit etwa vor einer falsch verstandenen Toleranz.
Gegen Ende seines Vortrages verbreitet Wickert Aktivismus und stachelt die Zuhörer zu ethisch begründetem Handeln auf, wenn auch seine Formulierung der Ethik und ihrer Konzepte aus wissenschaftlicher Sicht eher als laienhaft angesehen werden muss. Er bleibt ein sympathischer Narr, der es gut mit uns meint. Fast erwartet man am Ende des Vortrages seine aus den Tagesthemen bekannte Formel: „… einen angenehmen Abend und eine geruhsame Nacht.“
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